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Crowdfunding mit Flattr und Kachingle

Für Webseitenbetreiber im Internet gibt es neben der Möglichkeit, sich indirekt über verschiedene Werbepartner und Werbeprogramme zu finanzieren auch jene, dies direkt durch ein Entgelt zu realisieren. Der Vorteil ist, dass man auf indirekte Einnahmen und Nutzungsbedingungen verzichten kann und gerade als journalistisches Medium praktisch wie eine Zeitung am Stand virtuell für die eigenen Inhalte direkt von den Lesern bezahlt wird.

 

Da es sich hierbei weitestgehend ebenfalls um Finanzprodukte handelt, die zur Finanzierung und Refinanzierung genutzt werden können, möchten wir die in Deutschland aktuell verbreitetsten und genutzten Angebote flattr und Kachingle vorstellen und besprechen.

Kachingle – einfach und übersichtlich

Das Funding Modell von Kachingle ist relativ einfach erklärt – und auf Einfachheit und Verständlichkeit legt man bei Kachingle auch Wert. Bei Kachingle kann man sich einfach und schnell als Nutzer registrieren und gibt sich damit einverstanden, 5 Dollar (Euro wird aktuelle noch nicht angeboten) pro Monat für die Nutzung von Internetangeboten bereitzustellen.

Crowdfunding Flattr KachingleDiese „Abogebühr“ wird jedoch nicht von den Betreibern des Kachingle Netzwerks willkürlich vergeben, sondern als Kachingle Nutzer kann man bei dem Besuch einer Webseite, welche im Kachingle Netzwerk ist, entscheiden, ob einem das, was diese Webseite anbietet, letztendlich etwas wert wäre indem man den Kachingle Button anklickt.

Je nachdem, welche Seite wie häufig geklickt wurde, verteilt sich anschließend der monatliche Beitrag auf diese Seiten – hat man beispielsweise 5 Kachingle Webseiten besucht und 3 davon besonders aktiv geklickt, weil man die Inhalte dort besonders schätzte, so erhalten diese 3 Seiten den größten Anteil. Wer was erhält, kann man als Nutzer online einsehen.

Die Nachteile von Kachingle ergeben sich aus dem Vorteil der Einfachheit: Denn ob ein User nur 3 mal klickt oder 300 mal bei verschiedenen Seiten – es wird immer nur der monatliche Beitrag von 5 US Dollar in der entsprechenden Relation aufgeteilt. Dazu kommt die Auszahlungssperre, da generell erst Beträge ab 3,35 $ über PayPal ausbezahlt werden.

Und: Bei Kachingle werden nicht die vollen 5 $ der Mitglieder an die Partner verteilt, sondern es fallen 15 % Gebühren (für PayPal und die Kachingle Nutzung selbst) an, welche vom Betrag abgezogen werden. Auch wenn es komplizierter ist, ist eine Direktspende über PayPal letztendlich billiger, da hier nur 2 – 4 % Nutzungsgebühren fällig werden.

Flattr – Der Kunde macht das Geschäft

Flattr funktioniert ähnlich wie sein amerikanischer Konkurrent, jedoch gibt es keine gleibleidenden monatliche „Gebühr“, die man als Flattr Kunde einzahlen muss, sondern man kann, mindestens jedoch 2 Euro, pro Monat soviel einzahlen wie man möchte. Diese Summe wird anschließend so verteilt wie bei Kachingle der 5 Dollar Topf – wird einen Monat einmal nichts geklickt, so spendet Flattr den eingezahlten Beitrag.

Flattr hat gegenüber Kachingle Vorteile und Nachteile: Der Vorteil ist natürlich, dass falls ein Flattr Nutzer sehr viel pro Monat einzahlt und nur sehr wenig klickt, man im Gegensatz zu Kachingle pro geklickten Beitrag wesentlich mehr Geld bekommen kann – klickt ein Flattr Nutzer z. B. nur ein einziges Mal im Monat, erhält derjenige alles. Aber: Ein Beitrag kann maximal 1 mal pro Monat geklickt werden – vor allem für Betreiber kleiner Internetseiten, die sich auf sehr wenige, hochwertige Beiträge festlegen, kann das von Nachteil sein – bei einer großen Seite kann allein durch die Masse an Inhalten, und damit die theoretisch höhere Schnittmenge mit dem Besucher, mehr geklickt (und verdient) werden. Zusätzlich kann bei Flattr, im Gegensatz zu Kachingle, ein Flattrnutzer auch direkt mehr für einen Beitrag, zwischen 2 bis 50 Euro, über die Donate / Spenden Funktion ausgeben.

Die Nutzung von Flattr ist wie die Nutzung von Kachingle nicht (mehr) daran gebunden, dass man selber Geld verflattern muss, sondern man kann auch nur als Zahlungsempfänger teilnehmen. Die Auszahlungen werden aktuell über PayPal und Moneybookers realisiert.

Kosten für Flattr

Verglichen mit Kachingle ist Flattr zwar auf den ersten Blick günstiger, Flattr erhebt nur eine Gebühr von 10 %, darin sind nicht nicht PayPal Gebühren inbegriffen. Für direkte Spenden, siehe oben, werden pro Spende 20 Cent Flattr Gebühr erhoben, unabhängig von der Höhe der Spende.

Lohnt Crowdfunding mehr als klassische Werbung?

Crowdfunding KachingleAktuell lässt sich das Crowdfunding noch nicht abschließend beurteilen – während sich 2010 beispielsweise Flattr in Deutschland bei klassischen Medien (Onlineableger von Zeitungen) als auch bei reinen Onlineangeboten sehr schnell etablieren konnte und ein erhebliches Wachstum, sowohl bei Flattr selbst als auch bei den ausgeschütteten Einnahmen, scheint der Flattr Trend im Jahr 2011 wieder scheinbar rückläufig zu sein.

Scheinbar, da zwar die direkten Umsätze großer Seiten zurückgegangen sind, jedoch die von Flattr verbuchten Gesamteinnahmen wiederholt angestiegen sind. Der Einnahmenrückgang bei den großen Flattrkunden ist somit durch das (gewollte) Wachstum kleinerer Seiten bedingt. Aber: Selbst sehr große und oft geflatterte Seiten wie die taz mit einem hohen Besucheraufkommen verzeichnen nur Einnahmen im Bereich von ca. 1.000 – 2.000 Euro pro Monat.

Fazit: Aktuell ist Crowdfunding noch eine schöne Aussicht in die Zukunft, um sich so aus der direkten Abhängigkeit großer Werbevermarkter zu befreien, jedoch sprechen die Wachstumszahlen und auch das Flattrverhaltern vieler Nutzer dafür, dass man in ferner Zukunft möglicherweise auf Werbeeinblendung zur Refinanzierung und Erhaltung der Angebote durchaus verzichten kann. Ein früher Einstieg ist rein finanziell aus unserer Sicht nicht zu beanstanden.


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