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Postbank Aktiv-Sparen

Das alte Sparbuch hat aufgrund seines niedrigen Zinsniveaus für viele Anleger ausgedient und findet sich heute oft nur noch in Omas Kommode – nur: für Banken war es eine der günstigsten Möglichkeiten, erhebliche Kapital von Anlegern einzusammeln, ohne dass dieses kurzfristig ohne Weiteres abgezogen werden konnte und hoch verzinst (und damit für die Bank teuer) werden musste. Was also liegt näher, als das Sparbuch in aufgehübschter Form zurückzubringen? Zumindest ist dies ein Gedanke, den man beim Postbank Aktiv-Sparen haben kann.

 

Basiszins, Aktiv-Sparer-Bonus und schnelle Verfügbarkeit

Das Postbank Aktiv Sparen richtet sich in erster Linie an Sparer, welches das regelmäßige, jedoch nicht verpflichtende Ansparen von Kapital auf ein Sparkonto durch einen Aktiv Sparer Bonus belohnt, der zusätzlich zum variablen Basiszins unter bestimmten Bedingungen gewährt wird. Ein weiteres verlockendes Extra ist die begrenzte Verfügbarkeit des angesparten Geldes. Das Postbank Aktiv-Sparen stellt in gewisser Weise eine Kombination aus den „grauen Mäusen“ Sparbuch & Sparplan, ergänzt durch ein gewisses Maß an Flexibilität, dar.

Postbank Aktiv SparenBasiszins, …

Der von der Postbank gezahlte Basiszins beträgt aktuell, je nach Höhe der Einlage, bis zu 1,00 % p.a., beginnt momentan jedoch bei vergleichsweise mageren 0,70 % p.a. (bei einer Einlage von unter 10.000 Euro) – die Höchstverzinsung von aktuell 1,0 % p.a. kann nur bei einer Einlage von mehr als 50.000 Euro bis zu einem Betrag von 500.000,00 Euro erreicht werden. Dieser Basiszins wird stets auf das bereits eingezahlte und angesparte Kapital gewährt, welches bei der Postbank Durchschnittsguthaben genannt wird (genaueres siehe dazu weiter unten).

…, Aktiv-Sparer-Bonus, …

Den attraktiven Aktiv-Sparer-Bonus von aktuell 0,5 % p.a., welcher dem Aktiv-Sparen den Namen verleiht, gibt es jeweils für ein Quartal (= 90 Tage) zuzüglich zum Basiszins nur auf zusätzlich angespartes Kapital, welches zum bereits vorhandenem Kapital eingezahlt wird. Wie diese Einzahlung erfolgt ist dabei nicht relevant – ob Dauerauftrag, spontane Überweisung oder Bareinzahlung: es zählt lediglich die Aufstockung an sich.

Der Aktiv-Sparer-Bonus wird dabei nicht rückwirkend und nicht nur für das jeweilige Quartal gewährt, sondern stets nur für die Zuzahlung für volle 90 Tage! Wer beispielsweise 10 Tage vor dem Ende des ersten Quartals sein Sparguthaben aufstockt, erhält für eben diese Aufstockung für diese 10 Tage beim Postbank Aktiv-Sparen den Aktiv-Sparer-Bonus – die restlichen 80 Tage werden ins neue Quartal übertragen, somit entsteht einem Anleger bei einer Einzahlung zum Quartalsende kein Nachteil gegenüber einer pünktlichen Kapitalaufstockung zum Quartalsanfang.

Verlockend: Da es sich bei der Eröffnung des Aktiv-Sparkontos um „zusätzlich eingezahltes“ Kapital handelt, wird der Aktiv-Sparer-Bonus im ersten Quartal auch für das jeweilige Anfangsguthaben gewährt!

… und schnelle Verfügbarkeit!

Ein weiteres Plus mit welchem die Postbank Aktiv-Sparer gewinnen möchte: Das gesparte Geld ist wie bei einem Sparbuch nicht einzementiert, sondern kann in gewissen Grenzen bei Bedarf auch an allen Postbank Geldautomaten und in über 1.100 Finanzcentern der Postbank, sowie in den Filialen der Deutschen Post, wieder ausgezahlt werden – auch Auslandsabhebungen sind bis zu 10 mal pro Jahr kostenlos (Seitens der Postbank, Vorsicht vor Gebühren bei Abhebungen von Fremdautomaten!) pro Konto mit der Aktiv-SparCard möglich.

Postbank Aktiv Sparen ZinsPro – und Contra?

Aber: Wie auch beim Sparbuch sind die Abhebungen reglementiert – so können pro Kalendermonat und pro Abhebung an einem Geldautomaten nur bis zu 2.000 Euro abgehoben werden. Für Abhebungen über diesen Betrag hinaus fallen Vorschusszinsen für einen Zeitraum von 90 Tagen an, welche die Hälfte des aktuell von der Postbank gezahlten Basiszinses betragen.

Beispiel: Würde man statt den zulässigen 2.000 Euro pro Kalendermonat 3.000 Euro abheben, so fallen für 1.000 Euro Vorschusszinsen an. Beträgt der aktuelle Basiszins 1,00 %, so beträgt die Höhe der Vorschusszinsen 0,5 %.

Über höhere Beträge können Postbank Aktiv-Sparer ohne Vorschusszinsen nur verfügen, wenn man den benötigten Betrag mit einer Frist von 3 Monaten kündigt – wer beispielsweise weiß, dass er in 4 Monaten zur Begleichung eines Darlehens 5.000 Euro braucht, kann diese entweder monatlich gestaffelt abheben oder einfach „kündigen“, um sich diese vorschusszinsenfrei auszahlen zu lassen.

Variabler Zinssatz: Risiko bei konservativer Anlage

Obwohl das Postbank Aktiv-Sparen durch die Mischung von Sparbuch und variablem Sparplan eine konservative Anlage darstellt, stellt der variable Basiszinssatz und Aktiv-Sparer Zins ein gewisses Anlagerisiko dar, da sich diese an aktuellen Marktentwicklungen orientiert. So kann der Basiszins und der Aktiv-Sparer-Bonus höher, jedoch auch geringer ausfallen. Problematisch ist hierbei, dass Zinsanpassungen für Kleinanleger oft nicht nachvollziehbar sind, da Zinsabfälle am Markt meist direkt, aber Zinsanstiege nur mit bis zu 6 bis 9monatiger Verzögerung weitergegeben werden.

Zudem ist zu beachten, dass Umschichtung von bereits bei der Postbank bestehenden Sparkonten auf das Postbank Aktiv-Sparer Konto nicht als zusätzliche Spareinlage für den Aktiv-Sparer-Bonus gewertet werden. Sollte das Postbank Aktiv-Sparkonto 3 Monate nach Kontoeröffnung gekündigt werden entfällt ebenfalls der Aktiv-Sparer-Bonus.

Das Durchschnittsguthaben – Vorsicht!

Ein weiteres Contra stellt das sogenannte Durchschnittsguthaben dar, falls regelmäßig Abhebungen getätigt werden. Das Durchschnittsguthaben ist dabei stets das Kapital, welches durchschnittlich in einem Quartal auf dem Postbank Aktiv-Sparkonto befand. Hierzu werden die Tagessummen eines Bankquartals addiert und wiederum durch 90 (ein Bankquartal) geteilt um so den Durchschnitt zu ermitteln.

Sollte das Durchschnittsguthaben durch eine Abhebung sinken, kann trotz regelmäßiger Spareinzahlungen der Aktiv Sparer Bonus entfallen. Wird beispielsweise in einem Quartal eine Abhebung von 1.000 Euro getätigt, jedoch auch eine Einzahlung von 2.000 Euro, so gibt es nur für den Betrag von 1.000 Euro den Aktiv-Sparer-Bonus, da das Durchschnittsguthaben um 1.000 Euro gemindert wurde und der „Überschuss“ über dem Durchschnitt nur 1.000 Euro beträgt.

Fazit: Das alles klingt soweit nicht so schlecht und besser als das althergebrachte Sparbuch ist es allemal, nur: Wer sein Geld mehr oder weniger fest für 3 Monate (aufgrund der sonst fälligen Vorschusszinsen anlegen möchte) anlegen möchte, kann mit einem kurzfristigem Festgeld oft besser beraten sein – vor allem falls der variable Basiszins in den Keller gehen sollte. Denn die Konkurrenz zeichnet sich aktuell dadurch aus, dass sie selbst bei einer kurzfristigen Festgeldanlage über 6 Monate fast doppelt soviel zahlt wie die Postbank beim Postbank Aktiv-Sparen – vor allem bei kleineren Anlagesummen bis zu 50.000 Euro, für die der maximale Basiszins von aktuell 1,00 % p.a. nicht einmal gezahlt wird. Auch durch den zusätzlichen Aktiv-Sparer-Bonus wird dies kaum besser, da dieser nur quartalsweise und stets nur auf der zugezahlte, jedoch nicht auf das bestehende Vermögen anfällt.

Selbst wer sein Geld nicht fest über einen kurzen Zeitraum anlegen möchte und darüber kurzfristig verfügen will ist angesichts eines Zinssatzes von aktuell maximal 1,50 % sogar bei angegliederten Tagesgeldkonten bei Girokonten von Direktbanken besser beraten, da hier der Zins ähnlich hoch und das angesparte Geld ohne 3monatige Wartepause täglich verfügbar ist.


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