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Postbank Depot

Auch die Postbank bietet mit dem Postbank Depot ein eigenes Produkt für die spekulative Geldanlage an der Börse an, welches Postbankkunden einen Zugang zu den nationalen und internationalen Börsen bietet. Die Postbank bewirbt ihr Angebot mit viel Leistung für wenig Geld und einem unkompliziertem Zugang zur Börse.

 

Postbank Depot: Konditionen

Die Postbank preist ihr Angebot vor allem mit günstigen Orderpreisen und günstigen Depotführungsgebühren an, sowie zahlreichen kostenlosen Zusatzleistungen wie etwa der Mobilservice (WAP) und Mobile Banking Verwaltung. Der Transaktionspreis bei einer Internetorder ist zudem in verschiedene Gruppen gestückelt – es gilt: je größer das Ordervolumen, desto günstiger der Transaktionspreis.

Aktuell gelten folgende inländische Transaktionspreise pro Order:
– Ordervolumen bis 1.200 Euro: 7,95 Euro,
– Ordervolumen bis 2.600 Euro: 9,95 Euro,
– Ordervolumen bis 5.200 Euro: 14,95 Euro,
– Ordervolumen ab 5.200 Euro: 19,95 Euro.

Die Preise für Transaktionen im Ausland sind natürlich höher, so verlangt hier die Postbank aktuell für:
– Ordervolumen bis 1.200 Euro: 33,00 Euro,
– Ordervolumen bis 2.600 Euro: 36,00 Euro,
– Ordervolumen bis 5.200 Euro: 39,00 Euro,
– Ordervolumen ab 5.200 Euro: 45,00 Euro.
In den Transaktionspreisen sind nicht andere, möglicherweise anfallende Gebühren wie etwa der Ausgabeaufschlag bei Fonds inbegriffen. Außerdem verlangt die Postbank bei dem Erwerb von Fondsanteilen eine Mindestanlagesumme von 500 Euro. Sind die Gebühren bei einer Order eines Fonds über das Internet niedriger, verspricht die Postbank diesen Preisvorteil an den Kunden weiterzugeben.

Zusätzlich werden für weitere Leistungen beim Postbank Depot Gebühren fällig:
– Limit Nichausführung: 2,50 Euro Inland, 4,50 Euro Ausland,
– Änderung/Streichung einer Order: 2,50 Euro Inland, 4,50 Euro Ausland.

Postbank Depot KonditionenFür die Vormerkung eines Zeichnungsauftrages (Ausnahme Ausland: generell nicht möglich), Stockdividenden und Bonusaktien, Berichtigungsaktion werden keine Gebühren fällig.

Die Verwaltung/Bereitstellung des Postbank Depots schlägt mit 2,46 Euro pro Quartal zu Buche und ist erst ab einem Durchschnittsvolumen von 50.000 Euro kostenfrei – der Preis für ein VL Investmentdepot beträgt jedoch 18,84 Euro pro Jahr. Nicht berechnet wird der Depotübertrag (ISIN/WKN), die Einlösung von fälligen Wertpapieren oder Zinsscheinen/Dividendenscheinen, die Jahressteuerbescheinigung oder Stimmrechtskarten (Inland).

Die Kontoverwaltung des Postbank Depots ist ebenfalls nicht umsonst (2,25 Euro pro Quartal) bzw. erst, wie die Depotverwaltung ab einem Depotvolumen von im Schnitt 50.000 Euro. Aktuell wird keine Guthabenverzinsung geboten, jedoch ein Überziehungszins von 12,75 % fällig. Die Ausstellung einer Ersatz PIN, sowohl für Online als auch Telefon Brokerage, schlägt mit 6,00 Euro zu Buche, sofern dies nicht durch die Bank verantwortet wurde – auch sonstige „Ersatzleistungen“ lässt sich die Postbank gut bezahlen, so wird für eine Ersatzsteuerbescheinigung: 14,00 Euro und für eine Kopie eines Buchungsbelegs 5,00 Euro fällig. Nachträgliche Belastungen/Erstattungen werden pro Posten mit 14,00 Euro berechnet.

Einrichtung / Übertragung

Die Einrichtung kann problemlos online, als auch per Post oder bei einem Postbankberater erfolgen – der Vorgang an sich ist jedes Mal gleich: Ein Auftrag zur Depoteröffnung muss ausgefüllt werden, sowie die Pflichtangaben laut Wertpapierhandelsgesetz getätigt werden – ein Freistellungsauftrag ist optional.

Die Postbank bietet für das Postbank Depot natürlich auch einen kostenlosen Übertragungsservice an, welches mit einem einfachen Formular, welches dem Willkommenspaket beiliegt, beantragt werden kann. Die Übertragung kann je nach vorherigem Depotanbieter bis zu 4 Wochen in Anspruch nehmen.

Wichtig: Der Service der Postbank ist zwar kostenlos, aber es können beim bisherigen Anbieter je nach Konditionen trotzdem Kosten für die Depotschließung anfallen – dies sollte im Vorfeld überprüft werden.

Günstig – oder nicht?

Im direkten Vergleich mit anderen Wettbewerben, vor allem Online Anbietern, fallen deutliche Preisunterschiede beim Postbank Depot auf – vor allem hinsichtlich der Transaktionspreise pro Order. Kosten für das Depot an sich oder ein Konto werden bei fast keiner Direktbank/keinem Direktanbieter mehr erhoben und sind ein „Relikt“ der Filialbanken. Ähnliches gilt für sonstige Leistungen wie das Streichen oder Ändern des Limits – auch dies ist je nach Anbieter nur noch selten mit Kosten behaftet. Summa summarum werden allein durch die Grundgebühren beim Postbank Depot knapp 20 Euro pro Jahr fällig (4,71 Euro Verwaltungsgebühren pro Quartal), wenn man nicht 50.000 Euro „parken“ möchte.

Postbank DepotIn puncto Verwaltungskosten hinkt das Postbank Depot anderen Angeboten somit klar hinterher – es geht einfach günstiger. Zwar sind bei der „kostenlos“ Konkurrenz die Mindesteinlagesummen oft höher (im Schnitt werden 5.000 Euro gefordert) , damit jedoch immer noch geringer als beim Postbank Depot (50.000 Euro).

Ein großes Plus und Minus sind je nach Standpunkt die Ordergebühren: 7,95 Euro sind zwar ein klares Statement, jedoch nur bis zu einem Wert von 1.200 Euro. Günstig ist das aus Daytrader-Sicht – teurer wird es, wenn man, siehe obige Kostenaufstellung, beispielsweise seine Altersvorsorge über das Postbank Depot laufen lassen möchte, auch wenn dann je nach Höhe wiederum die Depotgebühren entfallen könnten. Insgesamt liegen diese jedoch im Vergleich mit anderen Anbietern im unteren Drittel – es geht leider auch sehr viel teurer.

Erfahrungen mit dem Postbank Depot

Was uns persönlich bei einem Test missfiel war, dass es teilweise zu hohen Verzögerung kam – sowohl bei der Beantragung des Depots als auch bei der Wertstellung der Erlöse nach einem Verkauf von Wertpapieren. Das Fehlen von bestimmten, von anderen Anbietern gewohnten Onlinetools zur Analyse, fiel im sehr spartanischen Onlineangebot unserem Tester besonders auf. Auch die Beantwortung von Anfragen durch den Service zog sich leider oft etwas hin. Ob sich dieser vorerst individuelle und kurzfristige Gesamteindruck auch über eine längeren Zeitraum erstrecken kann, können wir derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Einsteiger werden das Fehlen von diesen Komfortfunktionen eher weniger verschreckt, bzw. sich wohl aufgrund des Mangels an Informationen eher leichter zurechtfinden, sofern man nicht „Besseres“ aus Testzugängen anderer Anbieter gewohnt ist – für Profis sind diese aufgrund eigener Software und anderer Zugangsmöglichkeiten ohnehin oft nur ein nettes Beiwerk.

Fazit: Aufgrund seines stark durchmischten Charakters lässt sich das Postbank Depot schwer in eine Kategorie einsortieren: Für Kleinanleger können die vergleichsweise niedrigen Ordergebühren ein Anreiz sein, jedoch sind die dann wieder hohen Depotgebühren unlukrativ. Ähnliches gilt, siehe oben, für die Altersvorsorge mit Wertpapieren: erst ab einem Volumen von 50.000 Euro entfallen die Verwaltungsgebühren. Wer häufig kleinvolumige Aufträge tätigt wird wiederum von den günstigen Gebühren pro Transaktion angesprochen, aber dürfte sehr schnell von der von uns im Test beobachteten Verzögerung bei der Wertstellung des Erlöses abgeschreckt werden.


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