Startseite  ›  Allgemein  ›  Geldanlage  ›  Postbank Edelmetalle

Postbank Edelmetalle

Als Alternative zum eigenen Festgeldangebot, dem Postbank Kapital plus direkt, bietet die Postbank auch eine im Glauben vieler noch krisensichere und konservativere Anlageform in Form der Postbank Edelmetalle Anlage an, die jedoch lediglich die Anlage in physischem Gold, also nicht auch in andere Edelmetalle oder in Papiergold, umfasst.

 

Angebotskonditionen der Postbank

Aktuell bietet die Postbank den Ankauf von Gold in Barren und Münzen an, wobei das Münzangebot den südafrikanischen Krügerrand, das australische „Känguru“, den kanadischen Maple Leaf, den österreichischen Philharmoniker, die britische Britannia sowie den US-amerikanischen Eagle umfasst, welche in allen gängigen Prägeformen – 1 Unze, ½ Unze, ¼ Unze, 1/10 Unze, sowie der Maple Leaf und das Känguru auch als 1/20 Unze – über die Postbank zum tagesaktuellen Goldkurs bestellbar sind.

Neben Münzgold können auch Goldbarren in Stückelungen von 1, 5, 10, 20, 31,1, 50, 100, 250 bis zu 500 Gramm oder gar einem Kilo erworben werden – auch hier rechnet die Postbank jeweils zum tagesaktuellen Goldkurs ab.

Zustellung und Erhalt des Goldes Postbank Edelmetalle Anlage

Zuzüglich dazu fällt für die Zustellung des Goldes noch eine Kuriergebühr von 10,50 € bis 25 € pro Kauf an, konkret bei einem:

– Bestellwert von unter 100 €: Kuriergebühr 12 €,
– Bestellwert von 100 € bis 500 €: Kuriergebühr 10,50 €,
– Bestellwert von über 500 €: Kuriergebühr 25 €.

Bei einem Bestellwert bis 500 € erfolgt die Lieferung des Anlagegoldes zum nächsten Werktag, bei Bestellungen über einem Wert von 500 € wird grundsätzlich ein bestimmter Annahmetermin telefonisch mit dem Kurier vereinbart. Die Postbank garantiert ihren Kunden mit der Postbank Edelmetalle Anlage übrigens nicht die vollständige Verfügbarkeit aller Stückelungen, benachrichtigt diese jedoch bei Lieferengpässen bzw. Nichtverfügbarkeit.

Die Postbank Edelmetalle Anlage ist nur für Postbank Kunden verfügbar, da die Kosten für die Bestellung, zuzüglich der Kuriergebühr, vom Postbank Privatgirokonto abgebucht werden. Auch der Verkauf des erworbenen Goldes ist über die Postbank zum Tageskurs möglich – und das sogar telefonisch ohne dazu die Filiale aufsuchen zu müssen.

Lohnt sich die Anlage in Gold und Postbank Edelmetalle?

Die Kuriergebühren der Postbank sind im Vergleich als recht hoch einzustufen, da andere Anbieter oder Händler die Postbank hier deutlich unterbieten, da sie nur die reinen Kosten für ein versichertes Wertpaket berechnen – diese liegen bei allen großen Versandanbietern unter den von der Postbank verlangten Preisen.

Grundsätzlich gilt auch bei anderen Anbietern immer der tagesaktuelle Goldkurs als Berechnungsgrundlage für den Bestellwert. Was jedoch oft nicht gesagt wird ist, dass neben dem Goldkurs auch der Spread preisentscheidend ist – dieser ist umso größer, je kleiner die georderte Stückelung ist.

Der Spread ist hierbei nichts anderes als die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis und wird häufig auch als Aufgeld oder Ausgabeaufschlag deklariert. So beträgt dieser bereits bei Ankauf des Goldes in Kilobarren (!) in der Regel über 5 % und steigt bei Grammbarren auf bis zu 100 % an.

Gold Spread Kauf AnkaufDas heißt: Wer sein Gold mit Gewinn verkaufen bzw. zum Einkaufspreis verkaufen möchte, der muss mindestens einen Kursanstieg von 5 – 100 % abwarten – und damit wird die „wertstabile“ und vermeintlich sichere Anlage in physischem Gold schnell spekulativ! Zwar lässt sich der Spread bei anderen Angeboten, nicht bei der Postbank Edelmetalle Anlage, durch bestimmte Kniffe stärker reduzieren, z. B. durch den Kauf von zentral gelagertem Gold und dem Kauf von Anteilen an Standardbarren mit einem Gewicht von 12,44 kg, jedoch nie gänzlich vermeiden und haben natürlich den Makel, dass man das Gold nicht in den Händen halten kann.

Vorteil Steuerbefreiung?

Auch die Mehrwertsteuerbefreiung ist hier eher als nebensächlich einzustufen, da der Gewinn (oder Verlust) aus dem Verkauf, je nach Haltedauer, trotz wegfallender Mehrwertsteuer auch der Einkommenssteuer unterliegen kann, was den Spread indirekt weiter in die Höhe treibt.

Zudem ist Gold selbst inflationssicher, aber dessen Preis unterliegt trotzdem der Inflation – nur ist Gold im Gegensatz zu anderen Anlagen wie Festgeld oder Tagesgeld nicht „vermehrend“. Der Zins, der normalerweise die jährliche Inflation (in der Regel 1 – 3 %) ausgleicht und oft sogar überschreitet, fällt somit weg und muss zusätzlich in den Verkaufspreis und damit den Spread eingerechnet werden, wenn man die „Kaufkraft“ des investierten Geldes beibehalten möchte.

Wer sein Gold nicht zuhause aufbewahren möchte, muss zusätzlich Kosten für die Anmietung eines Schließfaches oder für die Hinterlegung bei einer Bank einkalkulieren, was ebenfalls den Spread vergrößert.

Fazit: Die Anlage in physischem Gold, und somit auch in das Postbank Edelmetalle Angebot, ist aus Anlegersicht im Grunde weder sicher noch konservativ (da im Grunde spekulativ) und auch steuerlich oft nicht von Vorteil. Es handelt sich dabei mehr um eine ideelle Anlage oder, womit die Postbank auch wirbt, um eine „glänzende Geschenkidee“ (mit einer, siehe Spread, SEHR teuren Verpackung im Vergleich zu Bargeldgeschenken und anderen).

Das Angebot der Postbank an sich ist vergleichbar mit denen anderer Anbieter, da auch hier der tagesaktuelle Goldkurs Berechnungsgrundlage ist – jedoch ist es durch die höheren Kuriergebühren letztendlich teurer.


Weiterführende Beiträge

Tags: , , , , ,